Amazonas – der wassereichste Fluss der Welt

Der Amazonas ist kein Fluss im klassischen Sinne, sondern eher ein gigantisches Flusssystem. Der Strom in Südamerika entspringt in den Anden von Peru und mündet im Atlantischen Ozean in Brasilien. Was du sonst noch über den Amazonas wissen musst, erfährst du hier.

Amazonas Fluss
Der Amazonas Fluss in Brasilien
© buladeviagens - Fotolia.com

Informationen zum Amazonas

Der Amazonas transportiert ein Fünftel des gesamten Süßwasservorrats der Erde. Seine Gewässer besitzen eine riesige Artenvielfalt. Er besitzt eine Tiefe von durchschnittlich 30-40 Metern und ist dadurch für Hochseeschiffe über 3.500 Kilometer weit landeinwärts befahrbar.

Entstehung des Amazonas

Bevor der einstige Großkontinent Gondwana auseinanderbrach, floss ein Vorläufer des heutigen Amazonas in die entgegengesetzte Richtung (Osten nach Westen) und mündete in den Pazifik. Wissenschaftler vermuten, dass die damalige Amazonas-Quelle im heutigen Afrika gelegen haben könnte und der Uramazonas eine Länge von 14.000 km hatte. Bewiesen werden konnte diese Theorie bisher aber nicht.

Als sich Gondwana vor 180 Millionen Jahren aufspaltete, driftete der heutige südamerikanische Kontinent nach Westen. Damit war das Amazonasbecken von den einstigen Quellgebieten des Uramazonas abgeschnitten. Als später die Anden entstanden, wurde der einstige Abfluss des Amazonas blockiert und der Flusslauf kehrte sich vor ca. 10 bis 15 Millionen Jahren um.

Ist der Amazonas der längste Fluss der Welt?

Ob der Amazonas der längste Fluss der Welt ist wurde bis heute immer noch nicht endgültig geklärt. Mit 6.853 km galt lange Zeit der Nil als der längste Fluss, aber man ist sich nicht sicher wie lang denn der Amazonas nun wirklich ist. 6.448 km oder 6.788 km? Oder sind es doch 6.992 km, wie eine Messung des brasilianischen Instituts für Weltraumforschung (Instituto Nacional de Pesquisas Espaciais) 2008 ergeben hat? Solange das nicht endgültig geklärt ist, wird es wohl weiterhin unterschiedliche Meinungen geben.

Wo ist die Quelle des Amazonas?

Die Quelle des Amazonas ist nicht in Brasilien, sondern in Peru. Es gibt drei Quellflüsse in den peruanischen Anden. Der Marañón ist der Hauptquellfluss, aber mit 1.600 km deutlich kürzer als der Ucayali (2.670 km). Der Ucayali liegt ca. 160 km westlich der am Nordende des Titicacasees liegenden Stadt Juliaca. Der dritte Quellfluss des Amazonas ist der Río Apurímac mit einer Länge von 690 km.

Der Verlauf des Amazonas

Der Amazonas fließt "nur" durch Peru und Brasilien. Wenn man zusätzlich alle Nebenflüsse beachtet, dann kommen noch Kolumbien, Venezuela und Bolivien dazu. Wie bereits erwähnt, entspringt der Amazonas in den Anden in Peru und fließt dann ostwärts Richtung Brasilien. Er durchquert ganz Nordbrasilien bis zu seiner Mündung im Atlantik.

In den Amazonas münden über 200 größere Nebenflüsse, wovon 15 länger als 2.000 km sind.

Mündung des Amazonas

Der Amazonas mündet in den brasilianischen Atlantik. Die Mündung ist 100 km breit und sorgt dafür, dass so viel Süßwasser in den Atlantik fließt und das Salzwasser bis zu 250 Kilometer weit ins Meer hinausgedrängt wird.

Städte am Amazonas

Zuerst sei erwähnt, dass Manaus und Belém nicht direkt am Amazonas liegen, obwohl das oftmals so beschrieben wird. Manaus liegt am Río Negro (12 km oberhalb der Mündung) und Belém am Rio Pará südlich der Amazonasmündung. Die größten brasilianischen Städte am Amazonas sind Macapá in Amapá (465.000 Einwohner), Santarém in Pará (270.000 Einwohner) und Paritins im Bundestaat Amazonas (111.000 Einwohner).

Geschichte des Amazonas

Der erste Europäer, der den Amazonas entdeckte, war der spanische Seefahrer Vicente Yáñez Pinzón im Jahr 1499 oder 1500. Pinzón war Kapitan auf der Karavelle Niña und unternahm zusammen mit Christoph Kolumbus die erste Reise in die neue Welt. Als er die Amazonas-Mündung erreichte, vermutete er ein Süßwassermeer und nannte den Amazonas "Mar Dulce" (Das süße Meer). Ähnlich wie Kolumbus hatte der Mann eigentlich ganz andere Pläne und wähnte sich statt am Amazonas irgendwo im fernen Asien.

Knapp 40 Jahre später war es Francisco de Orellana, ein spanischer Konquistador, der als erster Europäer den Amazonas von West nach Ost befuhr.

Im 17. und 18. Jahrhundert begann die Kolonisierung der Region, die den Tod des größten Teiles der am Amazonas lebenden Waldindianer zur Folge hatte. Über zwei Millionen Ureinwohner starben an Krankheiten oder an Folgen der Versklavung.

1799 landete Alexander von Humboldt in Südamerika. Zusammen mit seinem Begleiter Aimé Bonpland unternahm er eine fünf Jahre dauernde Expedition, vom Orinoco bis zum Río Negro. Viele Forscher sollten den beiden nachfolgen, um das Amazonasgebiet zu erkunden.

Das Klima am Amazonas

Am Amazonas gibt es zwei Jahreszeiten: Regenzeit und Trockenzeit. Wobei es auch in der Trockenzeit fast täglich regnet. Die Temperaturen schwanken kaum. Tagsüber sind es 30 bis 35 Grad und nachts um die 20 bis 25 Grad. Die jährliche Niederschlagsmenge liegt bei durchschnittlich 2.000 mm. In keiner anderen Region der Welt fällt mehr Regen.

Welche Tiere leben im Amazonas?

Am und im Amazonas findet man ca. 30% aller bekannten Tier- und Pflanzenarten. Es gibt alleine über 2.000 Arten von Süßwasserfischen.

Der größte Fisch im Amazonas ist der Arapaima (auch Piracuru oder Paiche genannt). Er kann über 100 kg wiegen. Ein beliebter Speisefisch ist der Jaraqui (deutsch: Barben- oder Nachtsalmler), der gerne in großen Schwärmen auftritt. Weiterer Vetreter sind der Pfauenaugenbuntbarsch, der Piraíba (Riesenantennenwels) und viele Arten von Katzenfischen.

Im Amazonas leben zahlreiche Piranha-Arten, Zitteraale und Pfauenaugen-Stechrochen. Gefährlich werden kann der Candiru, welcher in die Harnröhre von Säugetieren oder Menschen eindringen kann.

Der Amazonasdelfin wird von den Ureinwohnern als heiliges Tier verehrt. Die Flussdelfine werden etwa zwei bis zweieinhalb Meter groß und besitzen eine rosa Färbung auf der Körperunterseite. Die Delfine besitzen einen schmalen und langen Schnabel.

Am Amazonas leben auch zahlreiche Wasservögel, die den Fluss als Nahrungsquelle nutzen. Dazu gehören unter anderem Reiher, Störche, Ibisse und Löffler.

Pflanzen am Amzonas

Man kann keine genaue Zahl für die Pflanzenarten am Amazonas benennen, da ständig neue entdeckt werden und leider auch einige verschwinden. Ca. 70% der Vegetation am Amazonas sind Bäume. Erwähnt seien hier unter anderem der Kautschukbaum, die Paranuss und der Mahagonibaum. An Früchten findet man die Acai-Beere, Acerola-Kirsche, Cupuaçu (Großblütiger Kakao) und die Guraná-Beere.

Amazonas Bewohner

Etwa eine Million Menschen wohnen in der Region des Amazonas. Die meisten davon Angehörige indigener Gruppen. Der größte Teil der Bewohner ist indianischer Abstammung, wobei man schwer sagen kann, wer noch ein richtiger Indianer (Ureinwohner) ist. Viele Menschen, die am Amazonas leben sind mittlerweile mit Zuwanderern, vor allem aus dem Nordosten Brasiliens, vermischt. Diese Menschen bezeichnet man als Caboclo.

In Brasilien wurden bislang über eine Million Quadratkilometer als Indianergebiete deklariert, dennoch kommt es oftmals zu Zusammenstößen mit Goldsuchern oder Holzunternehmen. Die Bewohner am Amazonas leben vom Fischfang, der Kautschuk-Herstellung, oder der Landwirtschaft (Viehzucht, Verkauf von Lebensmitteln auf Märkten).

Umweltprobleme und Umweltschutz

Der Amazonas wird seit vielen Jahren stark geschädigt. Goldgräber leiteten in den letzten Jahren über 2.000 Tonnen Quecksilber in den Fluss. Zahlreiche Tierarten, wie der Amazonasdelfin, sind dadurch stark gefährdet. Auch die Rodung des Amazonaswaldes führt zu großen Umweltproblemen. Trotz zahlreicher Maßnahmen geht die Abholzung weiter. Der geplante Bau zahlreicher Staudämme stellt das empfindliche Ökosystem am Amazonas vor neue Bedrohungen.

Anzeige