Gefährliche Tiere in Brasilien

Giftschlangen, tödliche Spinnen und Killerfische: In Brasilien kannst du einigen gefährlichen Tieren begegnen. Welche das sind, wo sie leben und warum sie so gefährlich sind, erfährst du in folgender Übersicht über die gefährlichsten Tiere Brasiliens.

Gefährliche Tiere Brasilien
Anakondas sind in Brasilien weit verbreitet
chamleunejai / Shutterstock.com

Wild, giftig, tödlich – diesen Tieren solltest du in Brasilien besser nicht begegnen

Schlangen, Spinnen, Piranhas, Giftfrösche oder Krokodile. Kaum ein Land besitzt so eine große Artenvielfalt wie Brasilien. Doch nicht jedes Lebewesen ist harmlos. Vor allem im Regenwald leben zahlreiche gefährliche Tiere. Vor deiner Brasilien Reise solltest du wissen, welchen Tieren du besser aus dem Weg gehst. Hier eine Auswahl:

Brasilianische Wanderspinne (Phoneutria nigriventer)

Die Brasilianische Wanderspinne (auch Bananenspinne, Kammspinne oder Armadeira genannt) zählt zu den giftigsten und aggressivsten Spinnen der Welt. Ihr Biss kann für Menschen tödlich enden. Die Spinne kommt überwiegend im Süden oder Südosten Brasiliens und Teilen Nordargentiniens vor. Sie lebt in tropischen und subtropischen Regionen. Die Spinne baut keine Fangnetze und ist eine aktive Jägerin, die ihre Beute durch ihr Wahrnehmungsvermögen und dem Empfinden von Erschütterungen erlebt. Die Weibchen erreichen eine Körperlänge von 30 bis 50 Millimetern, während die Männchen wesentlich kleiner sind. Der Körper ist mit Haaren bedeckt und besteht aus einer grauen bis braunen Färbung. Hin wieder gelangt eine Wanderspinne in einer Bananenkiste in die europäischen Supermärkte. Also Vorisicht, wenn du das nächste Mal einkaufen gehst...

Insel-Lanzenotter (Bothrops insularis)

Kennst du die Insel Queimada Grande oder auch die "tödliche Insel", welche sich 33 Kilometer vor der Südostküste Brasiliens befindet? Hier lebt die Insel-Lanzenotter, die hochgiftig ist. Diese Schlangenart ist etwa 70 Zentimeter lang und besitzt eine hellbraune bis goldfarbene Färbung. Die Schlange ernährt sich überwiegend von Vögeln, die die Schlange in kurzer Zeit flugunfähig macht. Da ihr Gift sehr schnell wirkt, ist eine Maus schon nach zwei Sekunden tot. Wurde ein Mensch gebissen, hat er fast keine Chance zu überleben. Dennoch ist die Insel-Lanzenotter vom Aussterben bedroht, weil die Insellage zu Inzucht führte.

Terciopelo-Lanzenotter (Bothrops asper)

Die Terciopelo-Lanzenotter ist überwiegend in tropischen Regen- und Nebelwäldern zuhause. Sie zählt mit ihren zwei bis zweieinhalb Metern Länge zu den großen Giftschlangen und lebt zurückgezogen in der Nähe von Gewässern. Ihre Rückzugsgebiete sind Baumhöhlen, Felshöhlen oder andere Verstecken. Die Sie ernährt sich vornehmlich von kleineren Säugetieren, zu denen Ratten, Mäuse oder Hörnchen zählen. Das Beutetier wird von der Schlange gebissen, wodurch ein stark wirkendes Hämatoxin verabreicht wird, welches das Beutetier sofort tötet.

Schauer-Klapperschlange (Crotalus durissus)

Die Schauer-Klapperschlange kommt in weiten Teilen von Mittel- und Südamerika vor. Ihre Lebensräume sind vielfältig. Die Schlange bevorzugt aber trockene und steinige Vegetation mit niedrigem Wuchs. Sie besitzt eine graubraune bis gräuliche Körperfärbung und erreicht eine Länge von 80 bis 180 Zentimetern. Auf ihrem Rücken befindet sich ein dunkles Rautenband mit einer hellen Umrandung. Ihr dreieckiger Kopf setzt sich von ihrem Körper ab. Die Schlange ist dämmerungs- und nachtaktiv und zählt zu den giftigsten aller Klapperschlangen. Sie kann mit einem einzigen Biss bis zu 40 Milligramm Gift abgeben.

Baumsteigerfrösche (Dendrobates inctorius)

Baumsteigerfrösche (auch Pfeilgiftfrösche oder Farbfrösche genannt) kommen in einem Gebiet des Länderdreiecks von Brasilien, Französisch-Guayana und Surinam vor. Die Tiere leben auf dem Boden des tropischen Regenwaldes und bewohnen dort die Laubschicht. Die Frösche ernähren sich von kleinen Insekten, wie zum Beispiel Ameisen, von denen sie ihr Gift produzieren. Sie sind tagaktiv und werden bis zu 4,5 Zentimeter groß. Die Blauen Baumsteiger besitzen eine leuchtend, glänzende Haut mit einer blauen Farbe und schwarzen Punkten. Sie Baumsteigern können über Hautdrüsen Gift absondern, das sie vor Pilz- oder Bakterienbefall schützt.

Anakonda

Die Anakonda zählt zu den größten Schlangen der Welt. Die grüne Große Anakonda (Eunectes murinus) lebt im nördlichen Teil des südamerikanischen Kontinents, unter anderem am Amazonas-Flusssystem, während die kleinere Gelbe Anakonda (Eunectes notaeus) im Südwesten Brasiliens vorkommt. Beide Arten unterscheiden sich durch ihre Größe. Die größere Art verfügt über eine braun-olivgrüne Oberseite und hat große schwarze Flecken. Die kleineren Schlangen tragen ein leuchtend gelbes Schuppenkleid mit unregelmäßigem Fleckenmuster. Anakondas zählen zu den lebend gebärenden Tieren und können bis zu 40 Junge zur Welt bringen. Schon immer befasste sich die Menschheit mit der Frage, wie groß eine Anakonda wird. Die Länge dieser Schlangen wird heute mit etwa sieben bis neun Metern angegeben.

Jaguar (Panthera onca)

Jaguare sind die drittgrößten Raubkatzen der Welt und kommen in Mittel- und Südamerika vor. In Brasilien kommen sie vor allem in Amazonien und im Pantanal vor. Er bevorzugt Sumpf- und Waldgebiete. Sie erreichen eine Größe von etwa 112 - 185 Zentimetern und einem Schwanz von 45 bis 75 Zentimetern. Der Jaguar zählt zu den Einzelgängern, der in dichten Wäldern in Nähe einer Wasserquelle zuhause ist. Am liebsten jagen sie Nagetiere, wie Capyabaras, aber auch Hirsche, Tapire oder Gürteltiere. Das Gebiss eines Jaguars ist etwa doppelt so stark wie das eines Löwen. Es handelt sich um die einzigen Katzen, die ihre Beute durch einen Biss in den Schädelknochen töten können. Sie haben ein gelbbraunes Fell, welches mit Ringflecken übersät ist. Jedes Tier hat ein eigenes Fellmuster, das mit keinem anderen identisch ist.

Hai

Vor allem vor der Küste von Recife, im Nordosten Brasiliens, treiben zahlreiche gefährliche Haie ihr Unwesen und haben in den letzten Jahrzehnten zahlreiche Todesopfer gefordert. Heimische Haiarten, die dem Menschen gefährlich werden können sind Bullenhai, Tigerhai und Kleiner Schwarzspitzenhai. Haie haben scharfe spitze Zähne, von denen nur die erste Reihe zum Beißen verwendet wird. Die anderen Zähne sind Ersatz, der ständig nachwächst. Die Haut besteht aus kleinen Hautzähnchen. Haie haben sehr ausgeprägte Sinne, können gut hören, bei Dunkelheit sehen und hervorragend riechen.

Roter Piranha (Pygocentrus natteren)

Der Rote Piranha zählt zu den Gruppenjägern und ist im Amazonasgebiet oder Orionko zu finden. Piranhas fallen oft kranke und geschwächte Tiere an, um diese von hinten zu erleben. Piranhas greifen zu Beginn wenige Tiere an, um ihre Beute zu verwirren. Anschließend greifen alle Jäger aus der Umgebung an, wobei die Beutetiere meist verbluten. Piranhas verfügen über einen sehr guten Geruchssinn und ein Seitenlinienorgan, das sich unter der Haut entlang der Flanken zieht. Dieses Organ besteht aus empfindsamen Nervenzellen, die sogar kleinste Veränderungen der Strömung oder des Drucks wahrnehmen. Der Rote Piranha erreicht etwa 20 bis 25 Zentimeter Länge und besitzt spitze und scharfe Zähne, die unter dem Zahnfleisch verborgen sind.

Candiru (Vandellia cirrhosa)

Der Candiru kommt im Amazonasgebiet vor und zählt zu den gefürchtetsten Fischen der Welt. Der auch als "Penisfisch" bezeichnete Parasit schwimmt in Kiemen größerer Fische mit und trinkt sich satt. Er kann bis zu 15 Zentimeter groß werden und besitzt einen länglichen Körper. Als Parasit hakt er sich mit einem großen Stachel in Kiemen anderer Fische fest und trinkt ihr Blut. Ein Stich in eine Arterie reicht bereits, um ihn zu sättigen. Der Fisch wird zwischen 10 und 15 Zentimetern lang und kann auch Menschen anfallen.

Mohrenkaiman (Melanosuchus niger)

Der Mohrenkaiman zählt zu den größten Krokodilen Südamerikas und ist in verschiedenen südamerikanischen Ländern beheimatet. Er besitzt eine breite, kurze Schnauze mit Knochenplatten auf seiner Bauchseite. Seine Färbung ist dunkel mit einem helleren Kopf, der im Lauf des Lebens die Farbe in einen Braunton verändert. Der Körper verfügt über eine Zeichnung aus hellen Punktlinien, die auch im Alter nicht verschwinden. Der Mohrenkaiman kann ein Alter von 80 bis 100 Jahren erreichen und zählt zur Gattung der fleischfressenden Reptilien. Ein Mohrenkaiman legt durchschnittlich einmal pro Jahr 40 bis 50 Eier.

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