Nationalpark Tijuca in Rio de Janeiro

Im Herzen der brasilianischen Millionenmetropole liegt der Tijuca Nationalpark. Wie ein Schutzpatron wacht die Christusstatue Cristo Redentor über das Schutzgebiet. Für viele Einwohner von Rio de Janeiro ist der "Maciço da Tijuca", so der einheimische Name, eine grüne Oase im Großstadtdschungel.

Nationalpark Tijuca Rio de Janeiro
Blick auf die Berge von Rio
© Dmitry V. Petrenko - Fotolia.com

Der kleinste Nationalpark in Brasilien

Das Gebiet erstreckt sich auf einer Fläche von rund 4.000 Hektar und ist damit 12-mal größer als der Central Park in New York. Der Park beheimatet eine Vielzahl von heimischen Tier-und Pflanzenarten und gilt als eine der schönsten Sehenswürdigkeiten von Rio de Janeiro.

Die Geschichte

Pläne für ein Schutzgebiet an der Bucht von Rio gab es schon im frühen 19. Jahrhundert. Einst war die Bucht ein dichter Urwald, der nach der Besiedlung durch die Portugiesen fast vollständig zerstört wurde. Die Abholzung führte zu einer mangelnden Wasserversorgung der Einwohner, was zu Plänen für eine Aufholzung führte.

1862 wurden mehr als 80.000 neue Bäume gepflanzt, darunter auch viele nicht endemische Arten. Die Vielfalt des Nationalparks ist noch heute an seiner Flora und Fauna zu erkennen. 1961 wurde die Region zum Schutzgebiet erklärt, um einen Teil des Atlantischen Regenwaldes inmitten der Millionenstadt Rio de Janeiro zu erhalten. Die anfängliche Fläche von 3.200 Hektor wurde 2004 auf 3.950 Hektar erweitert.

Naherholungsgebiet und Sehenswürdigkeiten

Schon unter Kaiser Dom Pedro wurde 1861 ein weites Netz aus Straßen, Wanderwegen und Aussichtsplattformen errichtet. Der Nationalpark Tijuca gilt als sehr gut erschlossen. Ausgewiesene Wege und Pfade führen durch den Regenwald, insgesamt sind es mehr als 200 Pfade in Tijuca. Nicht nur bei Einheimischen ist das Schutzgebiet beliebt, pro Jahr zählt der Park über zwei Million Besucher aus aller Welt.

Neben Wanderungen und Mountainbiken zählen Klettertouren zu den beliebtesten Freizeitaktivitäten im Park. Der Bico do Papagaio gehört mit einer Höhe von 989 Metern zu den höchsten Punkten im Nationalpark und besitzt diverse, meist steile Felswände. Wer oben angekommen ist, wird mit einer atemberaubenden Aussicht über Rio belohnt. Kletter kommen auch am Andaraí Maior voll auf ihre Kosten. Die Erhöhung bietet mit der Grotte “Gruta Maior“ zudem eine weitere Attraktion.

Das unbestrittene Wahrzeichen der Stadt und des Nationalparks ist Cristo Redentor. Die Erlöserstatue ragt 700 Meter über Rio. Sportliche Besucher erreichen das Monument nach einer zweistündigen Wanderung zu Fuß. Eine Schienenbahn und offizielle Busse führen ebenfalls zum Corcovado.

Flora und Fauna

Die meiste Vegetation ist endemisch und kommt so nur hier im Atlantischen Regenwald vor. Der Jenipapo-Baum ist charakteristisch für seine Feigenfrucht, der Pau-Brasil ist leicht am schmalen Stamm und seiner weiten Verzweigung zu erkennen. Darüber hinaus ist eine Vielzahl von eingeführten Pflanzenarten zu entdecken. Sie haben sich über die Jahrhunderte dem Klima des Atlantiks angepasst.

Die Tierwelt setzt sich größtenteils aus kleineren Lebewesen zusammen, die für den Menschen nicht gefährlich sind. Gleiches gilt für die heimischen Reptilien in dem Park. An vielen Orten sind Primaten wie Kapuzineraffen oder Weißbüschelaffen anzutreffen. Die Vogelwelt im Urwald ist bunt und beeindruckend. Kolibris, Adler und Tukanos sind im Nationalpark Tijuca beheimatet.

Tijuca erkunden

Der Nationalpark Tijuca erstreckt sich über das gesamte Stadtgebiet von Rio und ist von allen Seiten gut erschlossen. Manche Straßen dürfen nur von offiziellen Reiseführern befahren werden. Eine Anreise zum Cristo Redentor ist nur mit einem offiziellen Transfer möglich, der von verschiedenen Punkten in der Stadt startet. Taxifahrer lehnen Fahrten ins Schutzgebiet häufig ab, für private Fahrzeuge gibt es nur wenige Parkplätze.

Auf eigene Faust können sich Touristen auf allen Wanderwegen frei bewegen. Abseits von offiziellen Wegen kann es schnell passieren, das die Orientierung im dichten Regenwald verloren geht. Gästen wird daher empfohlen, nur mit erfahrenen Guides und der richtigen Ausrüstung in den Nationalparks vorzudringen. Plötzliche Regenfälle im Bergmassiv sind nicht untypisch, auch sind die Temperaturen dort niedriger als in der Stadt.

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