Das Pantanal in Brasilien

Als Pantanal wird das größte bestehende Binnenland-Feuchtgebiet der Erde bezeichnet, welches sich auf einer Fläche von ganz Deutschland erstreckt. Etwa 230.000 km² Überschwemmungsgebiet finden sich in Mato Grosso, dem westlichsten Staat Brasiliens, doch erstreckt sich der Pantanal auch noch in die Länder Paraguay und Bolivien.

Pantanal Brasilien
Die Flora und Faun des Pantanal sind einzigartig
© kamillok - Fotolia.com

Das Pantanal - Brasiliens wahres Naturparadies

Auch wenn der Name Pantanal mit einem Tal verwechselt werden kann, ist es einfach der portugiesische Begriff für Sumpf. Da das Gebiet inmitten des Regenwalds und Gebirge liegt, blieb es eine lange Zeit unerschlossen und wird heute noch kaum bewohnt. Es steht unter Naturschutz, kann sich jedoch nicht vor der Rodung und Verschmutzung durch die Industrie retten, die in diesem Biotop immer mehr zum Problem wird. Gleichzeitig wurde es 2000 von der UNESCO zum Weltnaturerbe ernannt.

Charakteristisch an der Flussniederung sind die maximal 94 m über dem Meeresspiegel und die vielen Flüsse, die die Seen, Salz- und hauptsächlich Süßwasser, speisen. Der Río Paraguay fließt direkt durch Pantanal.

Wie gelangen Reisende in das Biotop?

Da der Pantanal in einem eigentlich noch sehr unerschlossenem Gebiet liegt, kann es über mehrere Arten erreicht werden. Der Weg nach Brasilien erfolgt mit dem Flugzeug, was je nach Reiseziel, meist Rio de Janeiro, etwa 20 Stunden und mehr dauert von Frankfurt am Main aus.

Um in den Pantanal zu gelangen, empfiehlt es sich, die Stadt Corumbá anzusteuern, denn diese bietet einen direkten, südlichen Zugang in das Gebiet. Auch Cuiabá ist zu empfehlen, denn diese große Stadt in Mato Grosso bietet die wichtigsten Routen in das Sumpfgebiet, die hier mit erfahrenen Reiseführern verfolgt werden können. Cuiabá ist von Rio aus innerhalb von weniger Stunden erreichbar und stellt somit das "Tor zum Pantanal" dar, was die Stadt einzigartig und vor allem nützlich für Reisende macht. Das Auto ist hier nicht empfohlen.

Regen- und Trockenzeit halten sich die Waage

Wer sich für eine Reise in den Pantanal erschließt, kann hier mit eigentlich recht angenehmen Temperaturen rechnen. Die beste Reisezeit hierfür ist von Mai bis September, die Trockenzeit, in der es verhältnismäßig kühl ist. Die Regenmengen sind sehr gering und auch die Temperaturen können auf bis zu 5°C in der Nacht fallen.

Das ist gerade für deutsche Touristen sehr angenehm, denn die südliche Richtung ermöglicht eine angenehmere Luftfeuchte im Vergleich zum restlichen Regenwald. Im Durchschnitt beträgt die Temperatur das ganze Jahr 24°C und wärmer wird es hierbei eigentlich nicht, denn durch die gleichmäßigen Zeiten von Trockenzeit und Regen kann Pantanal die besten Voraussetzungen für einen Urlaub bieten.

Das restliche Jahr ist die Regenzeit, die im Vergleich zum Amazonas weniger Liter bietet.

Wichtig ist in diesem Sumpfgebiet ein ausreichender Sonnenschutz, denn in den Seen finden sich selten Bäume.

Die Flora und Fauna des Pantanal

Aufgrund des abgeschiedenen Gebiets und des großen Gehalts an Wasser ist Pantanal ein ausgezeichnetes Ziel für Öko-Touristen, die die besonderen Tiere und Pflanzen des Biotops erkunden wollen. Die Anzahl der Tiere selbst ist enorm:

  • Über 650 verschiedene Vogelarten, fast doppelt so viel wie in den USA
  • Mehr als 160 Reptilienarten
  • 240 Fischarten, mehr als in ganz Europa
  • Etwa 123 Säugetierarten

Besondere Anblicke in diesem Sumpf sind das größte Vorkommen an Hyazinth-Aras und auf jeden Einwohner kommen 40 Krokodile und Kaimane. Riesenotter haben Pantanal als Rückzugsort gewählt, während Jaguare und weitere Raubkatzen die Gegend durchstreifen.

Auch das größte Nagetier, der Capybara, findet sich hier. Der Riesenstorch Jabiru ist dort beheimatet und gleichzeitig das Symbol des Gebiets. Auffallend sind die über 2.000 verschiedenen Arten von Pflanzen, unter denen vor allem die Seerosen Victoria auffallen, die größten Seerosen der Welt.

Der Weg ins Pantanal

Wer es bis nach Cuiabá geschafft hat, kann sich über die vielen Touren freuen, die sich hier erschließen. Es gibt insgesamt elf große Routen, von denen vier die bekanntesten sind. Sie tragen romantische Namen wie "Route der Fische" oder “Barão de Melgaço”, die jeweils das präsentieren, was sich hier finden lässt.

Dabei werden nicht nur Tiere und die Landschaft beobachtet, sondern auch die Orte und Gemeinden in diesem Gebiet. Zum Beispiel das kleine Flussdorf Bom Sucesso und das Karnevals-Mekka Santo Antonio Do Leverger, das besonders mit seinen Stränden begeistert. Die Routen erfolgen zu Fuß und mit dem Boot, denn hier ist der Wasserweg immer der schnelle und ansprechende Weg für den Reisenden.

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