Tiere in Brasilien

Als größtes lateinamerikanisches Land, welches diverse Klimazonen umfasst, weist Brasilien eine artenreiche Tierwelt auf. Zweifelsohne reisen daher immer wieder Forscher und Naturliebhaber dorthin, um einen Blick auf die teilweise sehr seltenen Tierarten in freier Natur zu werfen. Hier sind typische und außergewöhnliche Vertreter der brasilianischen Tierwelt aufgeführt.

Tiere Brasilien
Ein farbenfroher Tukan
Natali Glado / Shutterstock.com

Brasiliens Säugetiere: vom niedlichen Wasseropossum bis zum lauten Brüllaffen

Bei Touren ins Flachland und in die Grasebenen Brasiliens lässt sich mit hoher Wahrscheinlichkeit ein Blick auf das Wasser-Opossum werfen, das das einzige Beuteltier ist, welches komplett im Wasser lebt. Auch die rund 1,20 m großen Wasserschweine, die überdimensionalen Meerschweinchen ähneln, kommen häufig vor. Etwas seltener sind der Flachland-Tapir und der Pampasfuchs sowie die Pampaskatze. Erfahrene Fremdenführer wissen jedoch, wo sie sich gerne aufhalten. Äußerst selten ist der Mähnenwolf geworden, der deutlich an seinem schwarzen Fleck im Nackenbereich auf dem rötlichen Fell zu erkennen ist. Die Beine sind in Teilen schwarz. Mindestens genauso selten sind ferner das Faultier und der Große Ameisenbär anzutreffen, die im Regenwald ihre Heimat haben. Sehr viel Glück benötigst du, um einen Puma oder einen Jaguar zu entdecken.

Nicht leicht zu sehen, aber dafür deutlich zu hören, sind Affen Brasiliens. Vor allem der Brüllaffe mit seinem Greifschwanz macht sich lautstark zu bemerken. Einzigartige Kletterer sind die Kapuzineräffchen, Nachtaffen, Spinnenaffen und Wollaffen. Durch die hohen Lüfte schweben zudem Fledermäuse. In Brasilien ist die sogenannte Fledermausart „Gemeiner Vampir“ beheimatet, die sich vom Blut von Säugetieren ernährt. Gelegentlich wird gemeldet, dass ein Mensch von dem Säugetier gebissen worden ist. Dies ist nicht weiter schlimm, sofern das Tier nicht mit dem Tollwuterreger infiziert ist.

Das tropische Klima, welches große Landesteile Brasiliens beherrscht, hat einige Tierarten nachtaktiv gemacht. Bei kühlerer Luft und im Schatten der Dunkelheit lässt es sich besser jagen. Dies trifft beispielsweise auf das elegante Ozelot zu, welches zu der Familie der Echten Katzen gehört und eine Länge von bis zu 160 cm erreicht. Kleinere Nagetiere, Reptilien und Affen zählen zu seinem Beutespektrum. Leider steht es inzwischen auf der Liste der vom Aussterben gefährdeten Arten. Weitere typische nachtaktive Säugetiere Brasiliens sind Agutis, Pakas und die nur einen Meter großen Wickelbären. Gürteltiere begeben sich ebenfalls vornehmlich nachts auf Nahrungssuche. Übrigens: Im Amazonas tummelt sich mit dem Amazonasdelfin eine weitere lebendgebärende Tierart.

Exotische Faszination: die Reptilien Brasiliens

Durch große Teile von Brasilien fließt der Amazonas. Er ist die Heimat von zahllosen exotischen Tierarten, die du vermutlich nur aus Terrarien im Tierhandel oder den Zoo kennst. An den Ufern des großen Flusses tummeln sich unter anderem Mohrenkaimane, die mit einer Länge von rund sechs Metern zu den größten Raubtieren Südamerikas gehören. Die Jungtiere jagen nach wirbellosen Tieren, während die ausgewachsenen Exemplare Fische, Säugetiere und andere Reptilien auf ihrem Speiseplan haben.

Etwas kleiner aber nicht weniger faszinierend sind die Brillenkaimane, die rund fünf Meter messen können. Sie halten sich verstärkt im Schlamm vom Fluss auf. Doch nicht alle Reptilien suchen stets die Nähe zu Wasser. Eine weitere Reptilienart Brasiliens sind die Schienenechsen. Auch unterschiedliche Gattungen der Leguane prägen das Landschaftsbild. Deutlich seltener zu entdecken, sind Schildkröten. Dies liegt vor allem daran, dass ihre im Sand vergrabenen Eier eine Delikatesse für einige Menschen darstellen.

Schlangenliebhaber kommen in Brasilien ebenfalls auf ihre Kosten. Insbesondere die Würgeschlangen Anakonda und Boa constrictor lassen bei Tierfreunden aufgrund ihrer imposanten Größe und der schönen Färbung das Herz höher schlagen. Beide Tierarten tragen kein Gift in sich, sondern würgen durch Muskelkontraktionen in ihrem Körper andere Reptilien, kleine Säugetiere und Vögel. Mit einer Länge von bis zu zehn Metern Länge ist die Anakonda die größte Schlangenart weltweit. Einige der Schlangenarten Brasiliens sind jedoch giftig. Dazu zählen die Korallenschlangen, mit ihrer markanten schwarzrot geringelten Färbung, die Lanzenottern und die Grubenottern. Auch die Schlegelsche Lanzenotter sowie der Buschmeister sind giftig.

  • Kaiserschnurrbarttamarin
    Kaiserschnurrbarttamarin
    Kaiserschnurrbarttamarin (Eric Gevaert / Shutterstock.com)
  • Jaguar
    Jaguar
    Jaguar (Mikadun / Shutterstock.com)
  • Piranha
    Piranha
    Piranha (Magdalena Paluchowska / Shutterstock.com)
  • Amazonasdelfin
    Amazonasdelfin
    Amazonasdelfin (pruit phatsrivong / Shutterstock.com)
  • Boa Constrictor
    Boa Constrictor
    Boa Constrictor (Roy Palmer / Shutterstock.com)
  • Ameisenbär
    Ameisenbär
    Ameisenbär (Filipe Frazao / Shutterstock.com)
  • Vogelspinne
    Vogelspinne
    Vogelspinne (Luciano Queiroz / Shutterstock.com)
  • Kaiman
    Kaiman
    Kaiman (Filipe Frazao / Shutterstock.com)
  • Kolibri
    Kolibri
    Kolibri (Henner Damke / Shutterstock.com)

Ein Blick unterhalb die Wasseroberfläche: typische Fischarten Brasiliens

Brasilien verfügt über eine lange Küstenzone am Atlantik und große Flüsse, die sich durch das Land ziehen. Dementsprechend vielfältig ist demnach die Tierwelt unterhalb der Wasseroberfläche. Allein im großen Fluss Amazons ziehen mehr als 1.500 Fischarten ihre Bahnen. Ein echtes Highlight auf Touren auf dem Fluss ist das Angeln von den berüchtigten Piranhas. Auch bis zu drei Meter lange Arapaima gehören zum Fischreichtum des Amazonas. Hohe Populationen gibt es vom Salmler in dem braunen Wasser des Flusses, der zu den Karpfenfischen gehört.

In den Gewässern an den Küsten Brasiliens finden sich vor allem kunterbunte Fischarten, die ein tolles Motiv für die Unterwasserkamera sind. Farbenfrohe Rifffischchen treten in großen Schwärmen auf und sorgen so für atemberaubende Momente Unterwasser. Auch Rochen, Muränen und Barrakudas sind häufig zu entdecken. Taucher haben die Möglichkeit, mit Booten zu ausgewiesen Spots herauszufahren, an denen große Haie jagen. Sie sind ein Höhepunkt für viele Wassersportler, da sie vor Brasiliens Küsten und in der Welt überhaupt immer seltener werden.

Die farbenfrohe Vogelpracht über Brasilien

Tropische Länder wie Brasilien begeistern durch eine große Artenvielfalt unter den Vögeln. Ob am Wasser, im Hochland, im Dschungel oder in der Stadt: Überall lohnt sich in Brasilien ein Blick in den Himmel. Beachtenswert ist insbesondere der Harpyie. Der Greifvogel kann eine Flügelspannweite von über zwei Metern besitzen. Er ist damit der mächtigste Raubvogel der Welt. Leider ist er heutzutage vom Ausstreben bedroht. Nicht nur durch seine immense Größe ist er leicht zu identifizieren, sondern auch durch seinen breiten Federschopf am Hinterkopf. Wenn er aufgeregt ist, sträubt sich dieser. Diese Vogelart jagt nach Faultieren, Affen, Schlangen und Nasenbären an Flussufern und an Waldrändern.

Ein origineller Kontrast zum mächtigen Harpyie ist der kleine Kolibri. Kein warmblütiges Tier ist kleiner als diese sympathische Vogelart. Er ist im Flug kaum zu entdecken, da er dank seines geringen Gewichts und des schnellen Flügelschlags besonders rasch unterwegs ist. Bis zu 80 Flügelschläge pro Sekunde schafft dieser kleine Vogel. Zu den Nahrungsmitteln der kleinen Tiere gehört insbesondere der Nektar von Blumen, da dieser viel Energie spendet. Typisch für diese Vogelart ist der zarte, lange Schnabel. Dank diesem kann das besonders einfach den Nektar zu sich nehmen.

Für bunte Farbkleckse in den grünen Wäldern sorgen diverse mittelgroße Vogelarten. Besonders bemerkenswert ist der Tukan mit seinem großen, bunten Schnabel. Papageien und Siebenfarbentangare begeistern ebenfalls durch ihr buntes Federkleid. Auffällig groß ist der Papagei Hyazinthara mit seinem blauen Gefieder. Er misst bis zu einem Meter und ist inzwischen selten geworden. Lediglich in Pantanal kannst du noch in freier Wildbahn einen Blick auf diesen Ara werfen. Gleiches zählt ebenso für die Rosalöfflern, die Soldatenvögel und den Ibis. Vielerorts ist jedoch der Geier zu entdecken, der gern Tierkadaver frisst und daher auch als Müllpolizei betrachtet wird.

Die bekanntesten Spinnen Brasiliens

Das warme Klima Brasiliens hat zahlreiche Krabbeltiere herausgebracht. Viele von ihnen lasen sich nur schwer und im Dickicht entdecken, weshalb es einige Forscher von Spinnen insbesondere in die tropischen Wälder Brasiliens zieht. Im Nordosten des Landes ist an der Küste die Riesenvogelspinne verbreitet. Allein ihr Körper kann bis zu zehn Zentimeter lang werden. Sie ist die größte Vogelspinnenart der Welt und hat eine tiefschwarze Färbung. Um sie zu finden, suchen erfahrene Fremdenführer in Höhlen in der Erde nach ihr. Nacht kommt sie aus ihrem Bau, um Vögel, kleine Nager, größere Insekten und Echsen zu jagen. Ihre Härchen am Hinterleib fungieren als kleine Giftpfeile. Sie lähmen oder töten kleine Tiere. Beim Menschen lösen sie lediglich Reizungen der Schleimhäute aus.

Bekannt ist Brasilien zudem für die sogenannte Bananenspinne, die häufig durch Bananenkisten ihren Weg nach Europa findet. Ihr Gift ist deutlich gefährlicher als das der Vogelspinne. Völlig ungefährlich sind die unterschiedlichen Unterarten der Geißelspinnen, die hinsichtlich ihrer Optik an einem wilden Mix aus Spinne und Skorpion erinnern.

Die bekanntesten Krabbeltiere des Landes: die große Vielfalt der Insekten

Insekten gibt es in Brasilien in den unterschiedlichsten Ausprägungen, da sie in dem warmen Klima die besten Voraussetzungen für ein Überleben finden. Für Aufsehen sorgen vor allem die kunterbunten Schmetterlingsarten, die über die grüne Landschaft zu segeln scheinen. Zu den größten Exemplaren gehört mit einer Spannweite von rund 180 mm der Bananenfalter. Überall im Land ist der Amerikanische Kohlweißling mit seiner cremeweißen Färbung zu Hause. Sehr prachtvoll sind ferner der Königs-Schwalbenschwanz und den Prepona.

Deutlich kleiner aber mitnichten seltener als Schmetterlinge sind die winzigen Termiten und die geschickten Blattschneiderameisen. Durch eine Größe von bis zu 170 mm begeistern die Riesenbockkäfer. Insbesondere in der Regenzeit tummeln sich in den Feuchtgebieten viele Mückenarten, die auf Reisen einen guten Mückenschutz erforderlich machen. Übrigens war Brasilien zudem das erste Land, welches 2014 gentechnisch veränderte Insekten zugelassen hat. Die sogenannte Tigermücke bringt einen Nachwuchs hervor, der nicht überlebensfähig ist. Durch diese Maßnahme soll die Mückenpopulation zurückgehen.

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