Verbesserungen der Fluggastrechte bei Code-Sharing

Brasilien Flugreisen
Deine Rechte bei Flugreisen nach Brasilien ( maxxyustas / Depositphotos.com )

Direktverbindungen aus Deutschland nach Brasilien sind Mangelware. Umso ärgerlicher, wenn dann noch Verspätungen hinzukommen. Hier erfährst du, welche Rechte du aus der EU-Fluggastverordnung geltend machen kannst, auch wenn es sich um einen außereuropäischen Flug handelt.

Rund zehn bis zwölf Stunden beträgt der Direktflug nach Brasilien, nur wird dieser kaum angeboten. Zumindest von Deutschland aus. Deshalb sind viele Urlaubsgäste zuerst einmal längere Zeit unterwegs, weil eine Zwischenlandung Zeit kostet. Findet der Weiterflug außerhalb der EU statt, gab es bis vor Kurzem keine Möglichkeit, Entschädigungen einzuklagen, weil es außerhalb des räumlichen Anwendungsbereiches lag.

Grundsätzlich sind Flüge, die innerhalb der Union starten oder landen, von der Verordnung gedeckt. Bei Verbindungen zu anderen Kontinenten ist jedoch die übliche Praxis, dass die Drehscheibe irgendwo außerhalb der EU liegt, je nachdem mit welcher Airline geflogen wird. Was vielen Passagiere ohnehin ein Dorn im Auge ist, weil erwarteter und tatsächlich gebotener Standard beim Code-Sharing mitunter gewaltig voneinander abweichen, stieß nun auch dem EuGH sauer auf.

Kam es bei einer Flugverbindung zu Verspätungen, fielen die Passagiere um ihre Entschädigung, weil zum einen die ausführende Airline verantwortlich war und zum anderen weder Start noch Landung innerhalb der Union waren. Geändert hat sich in diesen Fällen die Rechtsprechung des EuGH und das bedeutet wesentliche Verbesserungen für die Konsumenten.

Haftung des Vertragspartners

Passagiere buchen beim Code-Sharing einen Flug und werden mit einer anderen befördert. Es muss zwar bereits bei der Buchung ersichtlich sein, welche Fluglinie diesen ausführt, nur bemerken das höchstens Vielflieger. Kam es dann zu Verspätungen oder Ausfällen, verwies die gebuchte Airline gerne auf den ausführenden Partner. Das hat sich nunmehr geändert, denn es haftet der Vertragspartner und das ist diejenige Fluggesellschaft, die den Ticketpreis kassiert. Das war jedoch nur der Beginn zur leichteren Durchsetzbarkeit von Entschädigungszahlungen.

Darauf baute eine Entscheidung auf, die nunmehr auch Flüge mit Start oder Landung außerhalb der EU abdeckte. Und zwar in all jenen Fällen, in denen bei einer europäischen Fluglinie die gesamte Verbindung gebucht wird. Wer also beispielsweise bei der Lufthansa oder einer sonstigen europäischen Fluglinie die Verbindung Hannover – São Paulo bucht und mangels Direktflug in den Vereinigten Staaten oder Südamerika zweimal umsteigen muss und dann mit irgendeiner Übersee-Billigairline befördert wird, kann Entschädigungsansprüche direkt bei der Lufthansa geltend machen. Wenn eine Fluggesellschaft Code-Sharing anbietet, haftet sie auch für die Verspätungen – selbst wenn das gänzlich außerhalb ihres Einflusses ist.

Wenn dein Flug Verspätung hat, steht Entschädigung in den allermeisten Fällen zu. Bei Langstreckenverbindungen und Code-Sharing sind jedoch Spezialisten wie etwa AirHelp gefragt, die sich ausschließlich mit diesem Thema beschäftigen. Befreit von jeglichen Entschädigungszahlungen sind die Fluggesellschaften nämlich nur in den sogenannten Außergewöhnlichen Fällen. Diese sind nunmehr sehr restriktive anzuwenden und müssen sich die Fluglinien einiges zurechnen lassen.

Verfasst am 25. Oktober 2019

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