Essen & Trinken in Brasilien

Brasilianische Küche
Auswahl brasilianischer Spezialitäten ( © paul_brighton - Fotolia.com )
Da Brasilien das fünftgrößte Land der Erde darstellt, weist die Landesküche große regionale Unterschiede auf. Während die Speisen im Norden stark durch indigene Einflüsse geprägt sind, spielt in den anderen Regionen Brasiliens auch das Erbe von afrikanischen sowie portugiesischen Einwanderern eine große Rolle.

Feijoada zum Mittagessen

Das typisch brasilianische Frühstück besteht in der Regel aus gesüßtem Kaffee, einem Stück Kuchen oder Gebäck und frischen Früchten. Manchmal gehören auch mit Käse oder Schinken belegte Semmeln oder Brot dazu.

Als deutlich wichtiger betrachten die Brasilianer jedoch das "Almoco", das Mittagessen, welches zwischen 12 und 14 Uhr eingenommen wird. Besonderer Beliebtheit erfreut sich dann stets das Nationalgericht "Feijoada", das ursprünglich aus Rio de Janeiro stammt und traditionell nur samstags zubereitet wurde. Dabei handelt es sich um einen Eintopf aus schwarzen Bohnen, Fleisch und Würstchen bzw. Speck, zu dem Reis oder Maniok sowie Kohl serviert werden und bei dem Orangenscheiben für eine ansprechende Optik sorgen.

Auch das zum Teil erst recht späte Abendessen kommt häufig als warme Mahlzeit auf den Tisch.

Wenn Brasilianer feiern...

Anlässlich von Geburtstagen und Familienfeiern sowie sonntags lädt man gerne zum "Churrasco" ein: In der Tradition der Gauchos werden dann Spieße mit verschiedenen Fleischsorten über dem offenem Feuer gegrillt. Als Beilagen dienen meist Salate, Brot und gekochte Maniokwurzeln.

An Weihnachten stellt in vielen Familien ein mit Maronen und Maniokmehl gefüllter Truthahn das Festessen dar. Aber auch "Bolhinos de Bacalhau", frittierte Stockfischbällchen, sowie der "Pudim de Leite", ein Milchpudding, sind häufige Bestandteile des Weihnachtsmenüs. Während zudem am Ostersonntag vielerorts diverse Fischgerichte oder Lammfleisch verzehrt werden, finden sich unter den typischen Leckereien anlässlich der Juni-Feste viele Süßspeisen, darunter z. B. die kleinen Schokokugeln "Brigadeiros" oder der "Bolo de Fuba", ein Maismehlkuchen.

Typisch brasilianisch!

Einzig die Feijoada hat als Nationalgericht das ganze Land erobert. Die meisten anderen brasilianischen Spezialitäten sind doch sehr ihren Herkunftsregionen verhaftet. So ist die Küche im Norden Brasiliens, wo der Einfluss der indianischen Urbevölkerung am deutlichsten hervortritt, stark von der Verwendung diverser Flussfische, darunter auch Piranhas, bestimmt. Als ein typisches Gericht präsentiert sich z. B. Carurú, sautierte Krabben in Kombination mit einer scharfen Soße aus rotem Pfeffer und Okra.

Im nordöstlichen Teil des Landes hat sich dagegen die afro-brasilianische Küche etabliert, zu deren wichtigsten Gerichten Acarajé zählt: Dafür werden Bällchen aus gemahlenen Bohnen, Krabben und Gewürzen in Dendê-Öl frittiert und zusammen mit einer scharfen Pfeffersoße sowie Salat serviert. Das Erbe der portugiesischen Kolonialzeit macht sich besonders in der Region Minas Gerais bemerkbar: Neben Bohnen mit Speck und Maniokmehl bereitet man hier auch gerne Moqueca Capixaba, ein Fischgericht mit Kokosmilch und Tomaten, zu. Noch eine deutlich stärkere europäische Prägung weisen die Speisekarten im Süden Brasiliens auf.

Als Nationalgetränk des südamerikanischen Landes gilt gemeinhin der etwas herbe Maté-Tee. Aber auch frisch gepresste Fruchtsäfte - die "sucas de fruta" - sind an jeder Straßenecke erhältlich. Weit über die Landesgrenzen hinweg besitzt zudem die "Caipirinha" unzählige Fans: Das alkoholische Getränk, das auf der Basis von Zuckerrohrschnaps mit Limette und braunem Zucker zubereitet wird, trinken die Brasilianer gerne am Strand sowie abends. Eine belebende Wirkung übt dagegen die Guarana aus, eine aus getrockneten Guarana-Samen hergestellte Limonade, deren Geschmack stark an Gummibärchen erinnert.

Wenn Brasilianer auswärts essen

Sonntags essen Brasilianer gerne in einer "Churrascaria", welche mit den in Europa weit verbreiteten Steak-Houses vergleichbar ist. Darüber hinaus existieren viele sogenannte "Kilo-Restaurants", in denen man sich an einem Büffet bedient und die ausgewählten Speisen nach Gewicht bezahlt. In den "Rodizios" wiederum findet das All-you-can-eat-Prinzip Anwendung. Daneben existieren kleine Bars, die "Botecas", in denen zum Bier verschiedenen Kleinigkeiten - "petiscos" oder "tira-gostos" - gereicht werden.

Nur in Salvador bieten zudem die "Baianas" frisch Zubereitetes feil: Diese fahrenden Köchinnen fallen besonders durch ihre turbanähnliche Kopfbedeckung auf.