Amazonas Regenwald in Brasilien

Der Amazonas Regenwald bedeckt fast fünf Prozent der Erde und mehr als zwei Drittel des ganzen Kontinents Südamerikas. Er ist Lebensraum unzähliger Tier- und Pflanzenarten und durch ihn fließt der wasserreichste Fluss der Erde. Heute ist der Regenwald in Brasilien leider vielen Bedrohungen ausgesetzt.
Amazonas Regenwald Brasilien
Die atemberaubende Landschaft des Amazonas Regenwaldes ( © filipefrazao - Fotolia.com )

Der größte Regenwald der Welt

Der Amazonas Regenwald befindet sich in einer großen Tiefebene, die im Westen an die Kordilleren, im Süden an das brasilianische Bergland und im Norden an die Guyana-Länder grenzt. Das Areal Amazoniens ist mit Sedimentgesteinen bedeckt, unter denen sich magmatisches Gestein befindet.

Der Amazonas und seine Nebenflüsse zählten ursprünglich zum Urkontinent Gondwana und bestand einst aus einem noch viel größeren Flusssystem. Nach Auseinanderbrechen der Kontinente Südamerika und Afrika wurde Amazonien halbiert. Während der Eiszeiten stürzte der Amazonas an seiner Mündung über einen riesigen Wasserfall in den Atlantischen Ozean. Das Wasser grub einst tiefe Canyons, weshalb der Fluss heute noch ein sehr tiefes Flussbett hat. Nach Ende der Eiszeiten stieg der Meeresspiegel sehr stark an, sodass der Amazonas heute langsam in den Atlantik fließen kann.

Die Besiedelung des Südamerikanischen Kontinentes erfolgte ursprünglich aus Asien. Während der Eiszeit entstand eine Landbrücke zwischen beiden Kontinenten und die Besiedelung durch Menschen erfolgte vom Norden aus. Erstmals betraten Ende des 15. Jahrhunderts Europäer aus Spanien und Portugal den Kontinent. Es begann eine Zeit der Kolonialisierung und Ausbeutung. Die Europäer berichteten von Hochkulturen und vielen Städten, die sich an den Ufern des Amazonas befanden.

Heute leben im Amazonasgebiet etwa 320 verschiedene Bevölkerungsgruppen, die oft ihre traditionelle Lebensart beibehalten haben.

Tickets & Touren

Das Ökosystem tropischer Regenwald

Der Regenwald des Amazonasgebietes umfasst circa fünf Prozent der Erdoberfläche, aber etwa 40 Prozent der Fläche Südamerikas. Der Regenwald geht im Süden Brasiliens in das Pantanal und den Cerrado über. Er zählt zum Tropengürtel und besitzt ein heißes, feuchtes Klima mit Durchschnittstemperaturen um etwa 25 Grad Celsius. Das Klima zeichnet sich zudem durch heftige Regelfälle aus, die den größten Teil des Regenwaldklimas ausmachen. Die Böden des Waldes besitzen zum größten Teil einen sauren ph-Wert und haben daher nur eine geringe Fruchtbarkeit. Über neunzig Prozent des Amazonasgebietes sind eher unfruchtbar.

Der atlantische Regenwald besteht aus einem Gebiet von etwa einer Million Quadratkilometern. Das Klima wird bestimmt durch feuchte Luftmassen des Atlantischen Ozeans und die Sonneneinstrahlung der Tropen. Ein warmer Jahresabschnitt mit sehr hoher Luftfeuchtigkeit beginnt im November und endet im März. Dieser wechselt sich mit einem kühlen, trockenen Abschnitt von Mai bis August ab.

Der brasilianische Regenwald besteht überwiegend aus Pflanzen, die einen Standort neu besiedeln. Es handelt sich um die sogenannten Pioniergehölze, die zum Beispiel nach einer Rodung oder einem Waldbrand mit einer Neubesiedelung beginnen. Deshalb erfolgt eine Einteilung des Regenwaldes in Pionierformationen, bestehend aus einer dichten oder offenen Vegetation beziehungsweise einer steppenartigen oder savannenähnlichen Vegetation. Der Regenwald besteht aus mehreren Ökosystemen mit fünf Höhenstufen. Während Mangroven einen Teil der Pionierhölzer bilden, stellt der brasilianische Regenwald eine Formation dar, die aus dichten oder offenen Abschnitten besteht.

Der Regenwald bietet zahlreichen Pflanzen und Tieren Lebensraum. Hier befinden sich etwa 40.000 verschiedene Pflanzenarten. Bekannt sind zudem etwa 1.400 verschiedene Fischarten, etwa 520 Amphibienarten, circa 550 Reptilien sowie etwa 1.000 Vogelgattungen. Hinzu kommen über 300 verschiedene Säugetierarten. Auch heute noch gibt es viele nicht entdeckte Spezies und noch heute werden jährlich neue Pflanzen- und Tiergattungen entdeckt. Der brasilianische Regenwald ist zudem ein Speicher für neue Medikamente, da viele der dort befindlichen Pflanzenarten über eine große Heilwirkung verfügen.

Insgesamt besitzt der atlantische Regenwald eine höhere Artenvielfalt als der Amazonas-Regenwald. Der atlantische Teil bedeckt noch heute zahlreiche Kulturschätze und versunkene Städte, zu denen zum Beispiel Quilombo und Itatins gehören. Im atlantischen Regenwald befinden sich heute etwa 600 der 900 brasilianischen Naturschutzgebiete. Der atlantische Regenwald ist ebenfalls Teil des UNESCO-Weltkulturerbes.

Schlüssel des Weltklimas

Die tropischen Regenwälder binden etwa zwölf Prozent des weltweiten Süßwassers und bieten zehn Prozent aller Arten eine Heimat. Durch den immensen Wasserhaushalt hat das riesige Areal des brasilianischen Regenwaldes einen großen Einfluss auf die gesamte Erdatmosphäre. Die natürliche Vegetation und ihr Wolkendach schützen die Erde vor einer stärkeren Aufheizung. Eine Zerstörung der Wälder verringert diesen Kühleffekt und setzt die durch Biomasse gebundenen Treibhausgase frei, die dann noch mehr zur Erderwärmung beitragen.

Eine Zerstörung der Regenwälder stellt somit ein globales Umweltproblem für die gesamte Menschheit dar. Das Abbrennen der tropischen Wälder trägt stark zum Ausstoß der Treibhausgase CO2 bei. Brasilien, das über die größten Tropenwälder der Welt verfügt, steht dabei zunehmend im Fokus der weltweiten Aufmerksamkeit.

In den meisten Fällen muss der Wald Weideflächen weichen. Für diesen großen Flächenverbrauch ist in Brasilien die die Rinderzucht verantwortlich. Bei über 204 Millionen Einwohnern besitzt das Land etwa 213 Millionen Rinder. 70 Prozent der landwirtschaftlich genutzten Fläche sind Rinderweiden. Brasilien zählt mittlerweile zu den größten Rindfleischexporteuren der Welt. Daneben spielt auch der Sojaanbau eine immer größere Rolle. Soja ist ein weiteres großes Exportprodukt Brasiliens.

Hinzu kommen umstrittene Großprojekte im Amazonas. Am Rio Xingu entsteht derzeit ein riesiges Wasserkraftwerk zur Gewinnung elektrischer Energie. Durch drei Talsperren soll der Fluss zu riesigen Stauseen aufgestaut werden, unter denen weitere Regenwaldflächen verschwinden.

Dennoch befinden sich heute etwa 2,5 Millionen Quadratkilometer und damit über 43 Prozent Amazoniens unter Schutz, um einen weiteren Holzeinschlag im Regenwald zu vermindern. Allerdings stieg die Entwaldungsrate in den letzten Jahren wieder an.

Anzeige
Anzeige