Künstlerviertel Santa Teresa in Rio de Janeiro

Santa Teresa

Santa Teresa Rio de Janeiro
Die berühmten Treppen von Jorge Selarón (Escadaria Selaron) ( Catarina Belova / Shutterstock.com )

Das Künstlerviertel Santa Teresa findest du auf einem Hügel über dem Zentrum von Rio de Janeiro. In dem Stadtteil leben verhältnismäßig viele deutsche Einwanderer. Früher, als Rio de Janeiro noch die Hauptstadt Brasiliens war, befand sich hier der Sitz der ausländischen Botschaften.

Idyllische Gärten und Villen aus der Kolonialzeit prägen das Stadtbild. In den prachtvollen Häusern residierten einst die Kaffeebarone. Erst in den 50er Jahren entdeckten Künstler und vor allem auch Hippies das Domizil.

Da hier auch zahlreiche Musiker zu Hause sind, ist das Nachtleben sehr ausgeprägt. In den nostalgisch anmutenden Bars gibt es original brasilianische Live-Musik mit Samba-, Choro- und Chorinho-Einlagen.

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Die Straßenbahn hat in Santa Teresa eine lange Tradition

Bekannt ist das Viertel nicht nur für die zahlreichen Bars, Museen, Kleinkunstbühnen und das kulturelle Angebot, sondern auch wegen der »Bonde« genannten Straßenbahn. Dieses, seit einem Unfall im Jahr 2011 vorübergehend stillgelegte Verkehrsmittel, führt unter anderem auf den Corcovado. Ein Ausflug zu diesem imposanten Berg lohnt sich nicht nur der berühmten Christus-Statue wegen, sondern auch aufgrund der fantastischen Aussicht auf Rio und das angrenzende Meer.

Die Bahn von Santa Teresa existiert bereits seit 1859. Im Gegensatz zu heute wurden die ersten Passagierwägen allerdings noch von Eseln gezogen. Später folgten mit Dampf betriebene Loks, ehe sie im Jahr 1896 elektrisiert wurden.

Der Largo dos Guimaraes als Dreh- und Angelpunkt von Santa Teresa

Wenn du mit der Trambahn vom Stadtzentrum aus über den historischen Aquädukt Arcos da Lapa fährst, gelangst du zum Largo dos Guimaraes. Der Platz ist einer der beliebtesten Treffpunkte in Santa Teresa. Hier gibt es einen Trödelmarkt und das Kino Cine Santa Teresa.

Außerdem befinden sich hier besonders viele Bars und Nachtclubs. In den idyllischen Cafés serviert man dir echten brasilianischen Bohnenkaffee. Einige Kaffeehäuser sind schon sehr alt, zum Beispiel die aus dem Jahr 1894 stammende Confeitaria Colombo.

Das Wahrzeichen von Santa Teresa

Eines der Wahrzeichen Santa Teresas ist die mit farbigen Kacheln verzierte Treppe, die über mehr als 200 Stufen nach Lapa führt. Du findest dich nach dem Abstieg auf der Rua Joaquim Silva wieder. Geschaffen hat die Treppe der aus Chile stammende Künstler Jorge Selarón. Begonnen hat er mit seiner Arbeit im Jahr 1989. Die Fliesen stammen aus rund 150 verschiedenen Ländern. Bis zu seinem Tod 2013 traf man den Kunstschaffenden malend an der Treppe. Sein Lieblingsmotiv ist eine schwangere Frau, die er bereits etwa 35.000 mal verewigt hat. Zu kaufen gibt es die Kunstwerke in einem Atelier, das sich direkt an den Stufen befindet.