Christusstatue in Rio de Janeiro

Cristo Redentor

Cristo Redentor Christusstatue Rio de Janeiro
Der Cristo Redentor– das berühmte Wahrzeichen von Rio de Janeiro ( © Ignatius Wooster - Fotolia.com )

Der Cristo Redentor (»Christus, der Erlöser«) ist – neben dem Zuckerhut – das bekannteste Wahrzeichen von Rio de Janeiro. Die Christusstatue gilt als größte Art-déco-Statue der Welt und steht südlich des Stadtzentrums auf dem 710 Meter hohen Berg Corcovado, mitten im wunderschönen Nationalpark Tijuca.

Obwohl es weltweit zahlreiche Christusstatuen gibt, kann keine mit der Berühmtheit des Cristo Redentor mithalten. Wenn du in Brasilien bist, gehört ein Besuch zum absoluten Pflichtprogramm. Auf dieser Seite findest du den Steckbrief, die Geschichte, alle Infos zur Anfahrt und zu aktuellen Ticketpreisen – plus ein paar Anekdoten, die du sonst nirgends liest.

Steckbrief des Cristo Redentor

  • Höhe: 38 Meter – die Figur selbst misst 30 Meter, der Sockel weitere 8 Meter.
  • Spannweite der Arme: 28 Meter von Fingerspitze zu Fingerspitze.
  • Gewicht: rund 1.145 Tonnen.
  • Material: Stahlbeton, ummantelt mit einem Mosaik aus Speckstein.
  • Bauzeit: 1922 bis 1931.
  • Einweihung: 12. Oktober 1931.
  • Standort: Gipfel des Corcovado (710 m), im Nationalpark Tijuca.
  • Status: seit 2007 eines der »7 neuen Weltwunder«.

Wer hat die Christusstatue gebaut?

Die Christusstatue ist ein Gemeinschaftswerk mehrerer Köpfe – und das wird oft verkürzt erzählt. Den Entwurf und die Bauleitung verantwortete der brasilianische Bauingenieur Heitor da Silva Costa, der 1924 den Wettbewerb für sich entschied. Die statischen Berechnungen für die Stahlbetonkonstruktion stammen vom französischen Ingenieur Albert Caquot.

Die eigentliche Bildhauerarbeit übernahm der französisch-polnische Künstler Paul Landowski, der in seiner Werkstatt bei Paris die Modelle für Kopf und Hände schuf. Das markante Gesicht formte schließlich der rumänische Bildhauer Gheorghe Leonida. Die fertigen Teile wurden nach Rio verschifft und dort hoch über der Stadt zusammengesetzt.

Übrigens: Im acht Meter hohen Sockel verbirgt sich eine kleine Kapelle, in der bis heute Gottesdienste und Trauungen stattfinden.

Warum wurde der Cristo Redentor gebaut?

Anlass war ein großes Jubiläum: Brasilien wollte die hundertjährige Unabhängigkeit von Portugal feiern. Prinzregent Dom Pedro hatte das Land am 7. September 1822 für unabhängig erklärt – Portugal erkannte das allerdings erst drei Jahre später an. 1922 wurde deshalb ein Wettbewerb für den Bau einer monumentalen Jesus-Statue ausgeschrieben.

Wie so oft bei Großprojekten zog sich die Sache in die Länge. Eigentlich sollte die Statue allein aus Spendengeldern finanziert werden, doch am Ende mussten das Erzbistum Rio de Janeiro, der Vatikan und Frankreich aushelfen. So verzögerte sich die Fertigstellung um fast zehn Jahre.

Am 12. Oktober 1931 fand schließlich die feierliche Einweihung statt. Seit 2006 ist der Cristo Redentor zudem eine offiziell anerkannte Wallfahrtsstätte, und seit 2007 gehört er zu den »7 neuen Weltwundern«.

So kommst du zur Christusstatue

Die Christusstatue ist eine der meistbesuchten Sehenswürdigkeiten in Brasilien – entsprechend solltest du dich auf etwas Andrang einstellen. Private Autos kommen nicht bis nach oben, der Berg liegt im geschützten Nationalpark. Es bleiben dir im Wesentlichen drei Wege zum Fuß des Monuments:

Zahnradbahn (Trem do Corcovado): Der Klassiker und für die meisten Besucher die schönste Variante. Die Bahn startet an der Station Cosme Velho und bringt dich in rund 20 Minuten durch den dichten Regenwald des Nationalparks Tijuca hinauf. Sie fährt im Halbstundentakt. Wichtig: Die Tickets haben feste Zeitfenster und sind oft ausgebucht – kauf sie also unbedingt vorher online.

Offizielle Vans (Paineiras–Corcovado): Die offiziellen Vans sammeln dich an mehreren Punkten in der Stadt ein, etwa an der Praça do Lido in Copacabana oder im Stadtteil Barra da Tijuca, und fahren dann hinauf zum Cristo. Eine bequeme Alternative, wenn die Zahnradbahn ausgebucht ist.

Wandern: Für alle, die fit sind, ist der Aufstieg zu Fuß ein echtes Highlight. Der Weg startet am Parque Lage (gleich neben dem Botanischen Garten) und dauert rund 90 Minuten.

Aber Vorsicht: In der Vergangenheit kam es immer wieder zu Überfällen auf Wanderer. Geh auf keinen Fall allein, am besten in einer größeren Gruppe oder mit Guide, und nimm außer etwas Bargeld keine Wertsachen mit. Wer hochwandert, zahlt am Monument den reinen Eintritt – und kann für den Rückweg ein günstigeres Zugticket nur für die Talfahrt lösen.

Tickets & Preise

Bei Zug- und Van-Tickets ist der Eintritt zum Monument bereits enthalten. Die Preise werden vom Konsortium Paineiras–Corcovado saisonal angepasst, die folgenden Werte sind also Richtwerte:

  • Zahnradbahn (hin und zurück, inkl. Eintritt): ca. R$ 97–128 je nach Saison und Tageszeit.
  • Offizielle Vans (hin und zurück, inkl. Eintritt): ca. R$ 95–115.
  • Nur Eintritt (wenn du hochwanderst): aktuell R$ 58, ermäßigt R$ 32 für Studierende, Menschen mit Behinderung und Senioren.
  • Kinder unter 6 Jahren: frei.

Mein Tipp: Buche dein Ticket immer vorab online und reserviere ein festes Zeitfenster. Vor Ort sind die beliebten Zeiten – vor allem vormittags bei klarem Wetter – schnell vergriffen.

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Tickets & Touren

Die Aussicht vom Cristo Redentor

Von oben hast du bei klarer Sicht einen der schönsten Ausblicke der Welt. Dir liegt ganz Rio zu Füßen: die südlichen Stadtteile Copacabana und Ipanema, das Maracanã-Stadion, die Guanabara-Bucht und natürlich der Zuckerhut.

Plane deinen Besuch möglichst früh am Morgen oder unter der Woche – dann sind weniger Menschen oben und die Chance auf klare Sicht ist am größten. Der Corcovado verschwindet gerne in Wolken; bei bedecktem Himmel siehst du von der Aussicht leider wenig.

Anekdoten rund um die Christusstatue

Die Statue selbst darf nicht betreten werden. Den österreichischen Extremsportler Felix Baumgartner hielt das 1999 jedoch nicht davon ab, vom rechten Arm des Cristo Redentor zu springen – damals der niedrigste BASE-Jump der Welt. Um überhaupt nach oben zu kommen, ließ er sich vorher auf dem Gelände einschließen und erklomm die Figur an einem Seil, das er mit einer Armbrust hinaufgeschossen hatte.

Seit einer umfangreichen Restaurierung 2010 verfügt die Statue über ein modernes Beleuchtungssystem. Mehrmals erstrahlte das Wahrzeichen schon in fremden Landesfarben – unter anderem in Schwarz-Rot-Gold vor dem WM-Finale 2014.

Und der Corcovado fordert seinen Tribut: Bei heftigen Unwettern wird das Monument immer wieder beschädigt. Im Januar 2014 trennte ein Blitzeinschlag sogar ein Stück der Kuppe des rechten Mittelfingers ab. Der Schaden war allerdings rasch wieder repariert.

Häufige Fragen zur Christusstatue

Wie hoch ist die Christusstatue in Rio? Insgesamt 38 Meter – die Figur misst 30 Meter, der Sockel 8 Meter. Die ausgestreckten Arme haben eine Spannweite von 28 Metern.

Wie kommt man zur Christusstatue? Mit der Zahnradbahn ab der Station Cosme Velho, mit den offiziellen Vans ab mehreren Punkten in der Stadt oder zu Fuß über den Wanderweg am Parque Lage. Private Autos dürfen nicht bis nach oben fahren.

Was kostet der Besuch? Je nach Variante rund R$ 95–128 inklusive Eintritt (Stand 2026). Wer hochwandert, zahlt nur den Eintritt von aktuell R$ 58.

Wann wurde der Cristo Redentor gebaut? Die Bauzeit lief von 1922 bis 1931, eingeweiht wurde die Statue am 12. Oktober 1931.

Wer hat die Christusstatue entworfen? Den Entwurf und die Bauleitung verantwortete der Brasilianer Heitor da Silva Costa, die Bildhauerarbeit der Franzose Paul Landowski; das Gesicht formte der Rumäne Gheorghe Leonida.

Reiseinfos
Adresse

Cristo Redentor
Parque Nacional da Tijuca - Alto da Boa Vista
Rio de Janeiro - RJ
Brasilien

-22.951932, -43.21043